Schmerzlinderung bei Rheuma

Hinter der Diagnose Rheuma verbirgt sich eine äußerst schmerzhafte Erkrankung der Muskeln, Sehnen, Gelenke und seriösen Häute. 1,3 Millionen Menschen allein in Deutschland sind davon betroffen. Rheuma ist keine Frage des Alters, jeden kann es treffen. Selbst Kinder werden heimgesucht. Mindestens 50.000 unter 16 Jahren leiden daran, Tendenz steigend.

Oft bleibt die Krankheit lange unbemerkt und entwickelt sich im Gefolge harmloser Infektionen oder als Folge eines Immundefektes. Über 400 verschiedene Erscheinungen der Erkrankung sind bekannt, darunter so bekannte wie Arthritis, Morbus Bechterew und Polyarthritis. Rheumatische Erkrankungen beschränken sich allerdings nicht allein auf den Bewegungsapparat. So gibt es beispielsweise rheumatische Augenentzündungen, Herzbeutelentzündungen, Nieren-, Darm- und Nervenentzündungen. Sie sind zum Teil lebensgefährlich und müssen sofort richtig erkannt und behandelt werden.

Rheumakranke leiden meist unter großen Schmerzen und büßen an Selbständigkeit ein. Viele sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Viele können kaum gehen, haben Probleme beim An- und Auskleiden und beim Verrichten alltäglicher Dinge. Das macht die Betroffenen mutlos. Oft fühlen sie sich allein gelassen und unverstanden. Der Kontakt zu Selbsthilfegruppen könnte helfen.

Wichtig ist die rechtzeitige Feststellung der Krankheit. Rheuma entsteht über Jahre. Oft ist Linderung oder Heilung möglich. Die Behandlung dauert in den allermeisten Fällen mehrere Jahre. Der Erfolg hängt in hohem Maße vom Engagement der Betroffenen ab. In jedem Fall kann der Krankheitsverlauf bei sofortiger Behandlung verzögert werden.

Gehen Sie deshalb zu einem Arzt, wenn:

  • eines oder mehrere Gelenke gerötet, geschwollen, überwärmt sind oder/und schmerzen,
  • ein normaler Händedruck ihnen Schmerzen bereitet (länger als 3 Wochen),
  • eines oder mehrere Gelenke sich nicht mehr oder nur unter Schmerzen beugen lassen,
  • ihre Gelenke morgens und/oder abends steif sind, im Verlauf der Nacht oder des Tages jedoch wieder locker und weich werden und dieser Zustand länger als 3 Wochen anhält,
  • neue Gelenkschwellungen bei bekannter Arthritis auftreten (bei bislang vielleicht normalen Blutwerten),
  • Fieber oder Frösteln zusammen mit Gelenkbeschwerden auftreten, sich zwar nach der Einnahme von Aspirin Besserung einstellt, die Symptome aber nach 24 Stunden erneut auftreten oder keine Besserung spürbar oder erkennbar ist; die Beschwerden länger als einen Tag anhalten und Kälte- oder Wärmeanwendungen nicht helfen.
div class="ReiseInfosPolen">Welche Anwendungen bringen bei Rheumatischen Krankheiten Linderung?

Moor

Moor entsteht in verlandeten Seen als Niedermoor oder aus absterbenden Pflanzen in niederschlagsreichen Gegenden (Hochmooren). Das erwärmte Moor (42 Grad Celsius) dringt langsam, gleichmäßig und tief in den Körper ein. So können auch tiefer liegende Organe und Muskeln erwärmt werden. Anwendung finden Moorpackungen oder –bäder bei rheumatischen Erkrankungen, Bewegungsstörungen, Unfall- und Operationsfolgen sowie bei Frauenleiden.

Balneotherapie - Für Körper und Geist

Unter Balneotherapie versteht man eine Kur über mehrere Wochen, bei der verschiedene Anwendungen mit Heilwasser, Kälte, Wärme, Moor oder Schlamm eingesetzt werden.

Fango-Anwendungen

Als Fango bezeichnet man Anwendungen aus heißem Mineralschlamm. Fango kann als Bad, Packung oder Umschlag angewendet werden. Der heiße Mineralschlamm aus Vulkanerde hat einen positiven Einfluss auf rheumatische Beschwerden und Verspannungen (nicht zu empfehlen bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen). Auch Cellulitis kann damit behandelt werden. Häufig wird Fango auch mit Mineralien angereichert, um den Heileffekt zu verstärken.

Hydrotherapie - Wasser als Heilmittel

Bei der Hydrotherapie wird das Element Wasser zu medizinischen Zwecken genutzt. Vor allem die gute Speicherung von Kälte und Wärme wird dabei ausgenutzt.

Thermotherapie - Heilung durch Wärme

Bei der Thermotherapie sollen Schmerzen durch Wärme gelindert werden. Außerdem wird durch die Wärmebehandlung die Durchblutung angeregt. Anwendung z.B. mit Heizkissen, Wickel oder Lichtstrahlung.

Wassergymnastik - Schonende Bewegungen

Wassergymnastik ist ein spezielles Bewegungstraining im Wasser, welches Rücken und Gelenke schont und das Herz-Kreislaufsystem sowie die Muskulatur kräftigt. Die Wasser-Gymnastik ist auch besonders für ältere Menschen geeignet.

Kneipp-Kur - Bei Störungen des Blutkreislaufs

Die Kneippkur ist ein Naturheilverfahren nach Sebastian Kneipp. Es besteht aus insgesamt fünf Teilen: Wassertherapie, Bewegungstherapie, Kräuteranwendung, Ernährungstherapie und Ordnungstherapie.

Kryotherapie Therapie mit Kälte (kyro = griech. für kalt)

Die Kryotherapie ist damit ein Sammelbegriff für alle Behandlungsverfahren, die mit der Anwendung von Kälte arbeiten. Grundsätzlich ist die Kryotherapie mit einer ganzen Reihe von Kälteträgern möglich, z.B. mit käuflichen Kältepackungen, Eisbeuteln oder Kaltschlamm, aber auch mit alten Hausmitteln wie kalten Umschlägen mit Alkohol, essigsaurer Tonerde oder Quarkpackungen. In Kliniken und Praxen kommen z.T. sehr aufwendige Verfahren der Kryotherapie zum Einsatz. Technisch am aufwendigsten ist die sogenannte Kältekammertherapie, d.h. die Behandlung in einer speziellen Kammer mit sehr niedrigen Temperaturen (je nach Ausführung und Ausstattung der Kammer kommen Temperaturen von -60° C und tiefer zur Anwendung). Ein höherer apparativer Aufwand besteht auch bei der Behandlung mit Kaltluft, bei der entweder durch Einsatz von flüssigem Stickstoff oder speziellen Kühlmaschinen auch Temperaturen von -30° C und tiefer verwendet werden.

Kälteträger

In vielen Fällen erzielt man mit dem Einsatz von Kälteträgern eine sehr gute Wirkung. Sie sind deshalb nicht nur eine medizinisch sinnvolle, sondern auch ökonomisch zweckmäßige Form der Kältetherapie. Außerdem haben die Kälteträger den Vorteil, daß sie überall zum Einsatz kommen können. Die verschiedenen Kälteträger unterscheiden sich in ihrer Wirkung vor allem durch die Schnelligkeit der Kälteabgabe bzw. die Schnelligkeit des Wärmeentzuges. So kühlen käufliche Kältepackungen, die bei -18°C im Gefrierschrank eingefroren wurden, sehr aggressiv und bringen bei unsachgemäßer Anwendung sogar die Gefahr von Erfrierungen mit sich. Kalte Umschläge oder Quarkpackungen verabreichen dagegen eine eher milde Kälte. Dazwischen liegen Eisbeutel oder Kaltschlammpackungen.

Für den Einsatz in der täglichen Routine und vor allem auch zu Hause hat sich besonders der Einsatz von Eisbeuteln bewährt. Eisbeutel bieten den Vorteil einer ausreichend starken Kühlung, die aber andererseits nicht so stark ist, daß es zu Erfrierungen kommen kann. Um die Kälteträger nicht unmittelbar auf die Haut aufzubringen und auch die Kälte besser zu verteilen, sollte man ein dünnes Tuch (z.B. Geschirrtuch o. ähnl..) auf die Haut legen.

Ein wichtiger Tip:

Gelenke müssen lange genug gekühlt werden, da eine nur wenige Minuten dauernde Kühlung nur die Hautoberfläche und die oberflächlichen Hautschichten abkühlt und durch einen Regulationsmechanismus des Körpers zu einer verstärkten Durchblutung der gesamten Region führt ("reaktive Hyperämie"). Da das entzündete Gelenk ohnehin durch die Entzündung schon zu stark durchblutet ist, verstärkt man mit einer zu kurzen Kühlung diesen Effekt. Eine zu kurze Kühlung führt damit häufig im Anschluß zu mehr Entzündung und zu mehr Schmerzen, auf keinen Fall wird der gewünschte Effekt einer Entzündungsverminderung erreicht. Bei ausreichend langer Kühlung erreicht dagegen die Kälte die Tiefe. Sogenannte Tiefensensoren werden angeregt, die beschriebene Mehrdurchblutung der Region zu verhindern. Das Ergebnis ist eine Verringerung der örtlichen Entzündung und eine Schmerzlinderung.

Grobe Regel:

Ein großes Gelenk wie das Kniegelenk sollte etwa 20-30 Minuten gekühlt werden, kleinere Gelenke entsprechend etwas kürzer, z.B. Ellenbogengelenk oder Handgelenk etwa 15-20 Minuten.

Ein weiterer Tip:

Oft wird die Eispackung so aufgelegt, daß sie einen direkt unter der Haut liegenden Knochen kühlt (z.B. Kniescheibe). Dies kann man in der Regel nicht lange aushalten. Deshalb die Eispackung auf die Weichteile legen (dort ist auch die Entzündung) und knöcherne Strukturen gegebenenfalls durch ein Tuch etwas isolieren.

Noch ein Tip:

Besonders gut kann man eine Eispackung mit Firneis durchführen, da sich die Packung durch die kleinen Eispartikel sehr gut an das Gelenk anmodellieren läßt. Ähnlich gut geht es übrigens auch mit Schnee. Firneis kann man sich zu Hause selber herstellen, indem man Eiswürfel mit einer Küchenmaschine zerhackt. Wer hat, kann natürlich auch einen Crash-Eis-Bereiter dafür benutzen.

div class="ReiseInfosPolen">Als Rheumatherapie ist eine Kur die 1. Wahl

Kaum eine Krankheitsform ist so schwer bestimmbar und in den verschiedensten Bereichen anzusiedeln wie Rheuma, weshalb man auch unter Fachleuten meist generalisierend von Rheumatischen Erkrankungen spricht, denen vor allem schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates zuzuordnen sind. Bei rheumatischen Erkrankungen sind Kuren dann sinnvoll, wenn sich die Erkrankung nach erfolgreicher Therapie in einer stabilen Remission befindet und diese weiter unterstützt und gesichert werden soll. Kuren können als ambulante Maßnahmen durchgeführt werden ("offene Badekuren") oder in entsprechenden Kurkliniken.

Balneotherapie - Für Körper und Geist

Unter Balneotherapie versteht man eine Kur über mehrere Wochen, bei der verschiedene Anwendungen mit Heilwasser, Kälte, Wärme, Moor oder Schlamm eingesetzt werden.

Unterschieden werden entzündliche, degenerative, extraartikuläre (außerhalb der Gelenke liegende = Weichteilrheumatismus) rheumatische Erkrankungen, Arthropatien (nichtentzündliche vorwiegend degenerative Gelenkserkrankungen) und Spondylopathien (degenerative Wirbelsäulenerkrankung), welche meist durch Stoffwechselerkrankungen hervorgerufen werden.

Bei allen Erkrankungen dieser Art haben sich seit Jahrtausenden Behandlungen in den Heilbädern äußerst bewährt. Auch heute noch stellen Rheumakranke die größte Gruppe aller Leidenden, welche Heilbäder aufsuchen. Der Grund liegt vor allem darin, daß rheumatische Erkrankungen möglichst mit einem breiten Spektrum an Anwendungen behandelt werden sollten. Gerade in den Kurorten steht neben der Betreuung durch hochqualifizierte Ärzte der Rheumatologie und Balneologie die ideale Kombination für die Prävention, Therapie und Rehabilitation der Rheumakranken durch Nutzung ortsgebundener Heilmitteln in Verbindung mit physikalischer Therapie und, falls sinnvoll, medikamentöser Behandlung, in idealer Weise zur Verfügung, wie sie kaum am Wohnort der Erkrankten möglich ist.

Die große Vielfalt der rheumatischen Erkrankungen macht eine sorgfältige Diagnose durch den Hausarzt oder einen Spezialisten erforderlich, denn es gibt Formen des Rheumas bei denen eine Kur nicht angezeigt ist. Hierzu gehören das rheumatische Fieber sowie die meisten „Kollagenosen" (Bindegewebsveränderungen durch Autoimmunprozesse). Bei Patienten mit einer chronischen Polyarthritis oder anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen werden diese Anwendungen oft anfangs und während der Dauer der Kur auch als sehr angenehm empfunden. Die Intensität dieser Anwendungen, insbesondere auch ihre Überdosierung, kann aber nach der Kur das Gegenteil des Gewünschten bewirken und nicht die Remission fördern, sondern einen neuen Krankheitsschub auslösen. Dies gilt im übrigen auch für andere Maßnahmen, von denen sich mancher Hoffnung für sein "Rheuma" verspricht (sehr kritisch zu sehen sind beispielsweise alle Maßnahmen, die unter dem Etikett "Immunstärkung", "Immunstabilisierung" u.ä. angeboten werden).

Dagegen können in den Fällen von rheumatoider Arthritis (chronische Polyarthritis), ankylosierende Spondylitis (Strümpell - Marie - Bechterewsche Erkrankung) aber auch bei den chronisch rezidivierendem Verlaufsformen der sogenannten seronegativen Arthritiden (z.B. Reiter - Syndrom, Yersinia - Arthritis) Kuren in den Heilbädern (kombinierte Rheumakur) die optimale Behandlung bieten. Bei Gicht ist nur in chronischen Fällen oder wegen sekundär auftretenden Arthrosen eine Kur sinnvoll. Schließlich stellt die Arthritis psoriatica einen Sonderfall dar, weil hier eine spezielle Sole - Photo - Therapie von Nutzen ist, die ebenfalls in zahlreichen Heilbädern zu finden ist.

Rheumatherapie

Moderne Konzepte der Rheumabehandlung zeichnen sich dadurch aus, daß verschiedene Methoden miteinander kombiniert werden. Der Erfolg der Behandlung hängt wesentlich davon ab, für die unterschiedlichen Krankheitsbilder und Krankheitssituationen die richtige Behandlungskombination zusammenzustellen. Für jeden einzelnen Patienten muß seine individuelle Therapie quasi "maßgeschneidert" zugeschnitten werden.

Welche Anwendungen bringen bei Rheumatischen Krankheiten Linderung?

Moor

Moor entsteht in verlandeten Seen als Niedermoor oder aus absterbenden Pflanzen in niederschlagsreichen Gegenden (Hochmooren). Das erwärmte Moor (42 Grad Celsius) dringt langsam, gleichmäßig und tief in den Körper ein. So können auch tiefer liegende Organe und Muskeln erwärmt werden. Anwendung finden Moorpackungen oder –bäder bei rheumatischen Erkrankungen, Bewegungsstörungen, Unfall- und Operationsfolgen sowie bei Frauenleiden.

Balneotherapie - Für Körper und Geist

Unter Balneotherapie versteht man eine Kur über mehrere Wochen, bei der verschiedene Anwendungen mit Heilwasser, Kälte, Wärme, Moor oder Schlamm eingesetzt werden.

Fango-Anwendungen

Als Fango bezeichnet man Anwendungen aus heißem Mineralschlamm. Fango kann als Bad, Packung oder Umschlag angewendet werden. Der heiße Mineralschlamm aus Vulkanerde hat einen positiven Einfluss auf rheumatische Beschwerden und Verspannungen (nicht zu empfehlen bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen). Auch Cellulitis kann damit behandelt werden. Häufig wird Fango auch mit Mineralien angereichert, um den Heileffekt zu verstärken.

Hydrotherapie - Wasser als Heilmittel

Bei der Hydrotherapie wird das Element Wasser zu medizinischen Zwecken genutzt. Vor allem die gute Speicherung von Kälte und Wärme wird dabei ausgenutzt.

Thermotherapie - Heilung durch Wärme

Bei der Thermotherapie sollen Schmerzen durch Wärme gelindert werden. Außerdem wird durch die Wärmebehandlung die Durchblutung angeregt. Anwendung z.B. mit Heizkissen, Wickel oder Lichtstrahlung.

Wassergymnastik - Schonende Bewegungen

Wassergymnastik ist ein spezielles Bewegungstraining im Wasser, welches Rücken und Gelenke schont und das Herz-Kreislaufsystem sowie die Muskulatur kräftigt. Die Wasser-Gymnastik ist auch besonders für ältere Menschen geeignet.

Kneipp-Kur - Bei Störungen des Blutkreislaufs

Die Kneippkur ist ein Naturheilverfahren nach Sebastian Kneipp. Es besteht aus insgesamt fünf Teilen: Wassertherapie, Bewegungstherapie, Kräuteranwendung, Ernährungstherapie und Ordnungstherapie.

Kryotherapie Therapie mit Kälte (kyro = griech. für kalt)

Die Kryotherapie ist damit ein Sammelbegriff für alle Behandlungsverfahren, die mit der Anwendung von Kälte arbeiten. Grundsätzlich ist die Kryotherapie mit einer ganzen Reihe von Kälteträgern möglich, z.B. mit käuflichen Kältepackungen, Eisbeuteln oder Kaltschlamm, aber auch mit alten Hausmitteln wie kalten Umschlägen mit Alkohol, essigsaurer Tonerde oder Quarkpackungen. In Kliniken und Praxen kommen z.T. sehr aufwendige Verfahren der Kryotherapie zum Einsatz. Technisch am aufwendigsten ist die sogenannte Kältekammertherapie, d.h. die Behandlung in einer speziellen Kammer mit sehr niedrigen Temperaturen (je nach Ausführung und Ausstattung der Kammer kommen Temperaturen von -60° C und tiefer zur Anwendung). Ein höherer apparativer Aufwand besteht auch bei der Behandlung mit Kaltluft, bei der entweder durch Einsatz von flüssigem Stickstoff oder speziellen Kühlmaschinen auch Temperaturen von -30° C und tiefer verwendet werden.

Kälteträger

In vielen Fällen erzielt man mit dem Einsatz von Kälteträgern eine sehr gute Wirkung. Sie sind deshalb nicht nur eine medizinisch sinnvolle, sondern auch ökonomisch zweckmäßige Form der Kältetherapie. Außerdem haben die Kälteträger den Vorteil, daß sie überall zum Einsatz kommen können. Die verschiedenen Kälteträger unterscheiden sich in ihrer Wirkung vor allem durch die Schnelligkeit der Kälteabgabe bzw. die Schnelligkeit des Wärmeentzuges. So kühlen käufliche Kältepackungen, die bei -18°C im Gefrierschrank eingefroren wurden, sehr aggressiv und bringen bei unsachgemäßer Anwendung sogar die Gefahr von Erfrierungen mit sich. Kalte Umschläge oder Quarkpackungen verabreichen dagegen eine eher milde Kälte. Dazwischen liegen Eisbeutel oder Kaltschlammpackungen.

Für den Einsatz in der täglichen Routine und vor allem auch zu Hause hat sich besonders der Einsatz von Eisbeuteln bewährt. Eisbeutel bieten den Vorteil einer ausreichend starken Kühlung, die aber andererseits nicht so stark ist, daß es zu Erfrierungen kommen kann. Um die Kälteträger nicht unmittelbar auf die Haut aufzubringen und auch die Kälte besser zu verteilen, sollte man ein dünnes Tuch (z.B. Geschirrtuch o. ähnl..) auf die Haut legen.

Ein wichtiger Tip:

Gelenke müssen lange genug gekühlt werden, da eine nur wenige Minuten dauernde Kühlung nur die Hautoberfläche und die oberflächlichen Hautschichten abkühlt und durch einen Regulationsmechanismus des Körpers zu einer verstärkten Durchblutung der gesamten Region führt ("reaktive Hyperämie"). Da das entzündete Gelenk ohnehin durch die Entzündung schon zu stark durchblutet ist, verstärkt man mit einer zu kurzen Kühlung diesen Effekt. Eine zu kurze Kühlung führt damit häufig im Anschluß zu mehr Entzündung und zu mehr Schmerzen, auf keinen Fall wird der gewünschte Effekt einer Entzündungsverminderung erreicht. Bei ausreichend langer Kühlung erreicht dagegen die Kälte die Tiefe. Sogenannte Tiefensensoren werden angeregt, die beschriebene Mehrdurchblutung der Region zu verhindern. Das Ergebnis ist eine Verringerung der örtlichen Entzündung und eine Schmerzlinderung.

Grobe Regel:

Ein großes Gelenk wie das Kniegelenk sollte etwa 20-30 Minuten gekühlt werden, kleinere Gelenke entsprechend etwas kürzer, z.B. Ellenbogengelenk oder Handgelenk etwa 15-20 Minuten.

Ein weiterer Tip:

Oft wird die Eispackung so aufgelegt, daß sie einen direkt unter der Haut liegenden Knochen kühlt (z.B. Kniescheibe). Dies kann man in der Regel nicht lange aushalten. Deshalb die Eispackung auf die Weichteile legen (dort ist auch die Entzündung) und knöcherne Strukturen gegebenenfalls durch ein Tuch etwas isolieren.

Noch ein Tip:

Besonders gut kann man eine Eispackung mit Firneis durchführen, da sich die Packung durch die kleinen Eispartikel sehr gut an das Gelenk anmodellieren läßt. Ähnlich gut geht es übrigens auch mit Schnee. Firneis kann man sich zu Hause selber herstellen, indem man Eiswürfel mit einer Küchenmaschine zerhackt. Wer hat, kann natürlich auch einen Crash-Eis-Bereiter dafür benutzen.

Die wichtigsten Elemente der Rheumabehandlung sind:
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